Forschung und Praxis

Aliens und Remote Viewing

Eine Frage, die häufig von Neulingen in der Remote Viewer-Szene gestellt wird, betrifft das allseits beliebte Alien-Thema. Ist Remote Viewing nicht das ideale Werkzeug, um außerirdische Lebensformen bzw. Welten zu beschreiben, die mit herkömmlichen Methoden noch außerhalb unserer Reichweite liegen? Wer kein überlichtschnelles Raumschiff besitzt, keine außerkörperlichen Erfahrungen beherrscht, oder keinen ET in der Gartenlaube versteckt hat, für den dürfte die Antwort wohl "ja" lauten. lurchi artikel

Zu allererst muss man natürlich anmerken, dass es sich dabei um so genannte Mystery-Targets handelt. Das heißt, man kann hinterher keinen Umschlag öffnen oder vor Ort vorbeischauen, um zu sehen, wie gut man "on target" war. Wie kann man also überhaupt sicher sein, dass das Target irgendwie getroffen wurde, und man keinem AUL verfallen ist? Leider kann man das nicht zu 100%, denn es fehlt wie gesagt die Vor Ort-Verifikation. Es ist allerdings möglich, zumindest Indizien erzeugen. Dazu müssen mehrere Viewer das selbe Target viewen, und wenn es dann signifikante Übereinstimmungen in den Ergebnissen gibt, sind Indizien erbracht. Dabei ist besonders darauf zu achten, dass den Viewern von (wissenden) Monitoren nichts suggeriert wird, und auch die Targets vom Tasker nicht "kontaminiert" wurden. Das sollten natürlich grundlegende Regeln im Vorgehen sein, jedoch werden diese gerade von untrainierten Neulingen manchmal übersehen (aber nicht nur von Neulingen, wie so manche, nicht-eingetroffene Weltuntergänge aus der amerikanischen RV-Szene zeigen...).

Sind diese Vorraussetzungen geschaffen, kann es im Prinzip losgehen. Nur, wie führt man den Viewer nun zu den "Aliens"? Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen kann man ihn natürlich in der Matrix suchen lassen, z.B. mit Target-Formulierungen a'la "Beschreibe die der Erde am nächsten liegende, nicht-irdische Lebensform!" (kann auch mit "humanoide Lebensform" präzisiert werden, sonst landet man vielleicht zuerst bei irgendwelchen Mikroben). Zum anderen kann man gezielt Exoplaneten erforschen, die in der habitablen Zone ihres Sterns liegen, und somit Leben ermöglichen könnten. Ein beliebter Kandidat ist das Gliese 581-System, in dem vor allem die Planeten Gliese 581b und c von Viewern erkundet werden. Durch entsprechende Targetformulierungen kann man die Viewer nun gezielt auf interessante Vorgänge lenken. Dabei sollte aber wiederum nicht der Suggestionsfaktor vergessen werden, denn wenn man "humanoide Lebensformen" formuliert, und es gibt dort in Wirklichkeit keine, bekommt der Viewer vermutlich trotzdem welche. Daher die Targetformulierung so neutral wie möglich halten. Man könnte z.B. mit "Beschreibe die für dich interessanteste, natürliche Formation auf dem Planeten Gliese 581c!" beginnen, und von dort aus die Gegend erkunden.

Um direkt bei dem Beispiel zu bleiben: Gliese 581c deutet stark auf Bergbau-Aktivitäten, und somit der Anwesenheit intelligenter, humanoider Lebensformen hin. Wobei man hier anmerken sollte, das "Bergbau-Aktivitäten" auch AULs von natürlichen, physikalischen Vorgängen des Planeten an sich sein könnten (dieser Umstand wird noch untersucht, auch anhand der Erde). Zumindest ließen sich bisher immer verschiedene EIs auf dem Planeten finden, die in der Personenwahrnemung nicht allzu menschliche (aber auch nicht allzu fremdartgie) humanoide Lebensformen zeigten. In einer Session, ebenfalls innerhalb eines Bergbau- oder Förderszenarios, zeigten sich scheinbar gleich mehrere Spezies, die dort zusammenarbeiten. Abgesehen von diesem Aspekt, herrschte dort nur eine ganz normale Baustellen-Atmosphäre inkl. Vorarbeiter-Charakteren und alltäglicher Stimmung unter den Arbeitern. Hier einige Auszüge (mit Deutungen) aus unseren Sessions:

Gliese 581c - Bohrturm

Dieses "Bohrturm"-Szenario zeigte sich im Rahmen der "interessantesten, natürlichen Formation auf Gliese 581c", wie es in der Targetformulierung hieß. Eine Person (P1) war offenbar schwer damit beschäftigt, das Konstrukt vor einem Umsturz zu bewahren.

Gliese 581c - Vorarbeiter

Die Person (P1) schien dort eine Vorarbeiter-Rolle zu haben. Vom Aussehen her wirkte sie sehr hellhäutig und hatte blonde Haare mit einem Grünstich. Das Gesicht war mit Dreck verschmutzt, und am Unterkiefer befand sich irgendein künstliches, eckiges Objekt (Atemschutzmaske?). Ein spezifisches Geschlecht war nicht bestimmbar. Sowas wie telekinetische Fähigkeiten schienen auch vorhanden zu sein, die die Person bei ihrer Arbeit einsetzte.

Gliese 581c - Zuschauer

Zwei weitere Personen, die dem ganzen Schauspiel mit dem Turm zusahen, aber nicht eingriffen. Es machte den Eindruck, als sei P1 zu stur oder stolz, um sich mit dem umstürzenden Turm helfen zu lassen. Die Zuschauer (auch Mitarbeiter) dachten sich offenbar ihren Teil. Sie selbst schienen von unterschiedlicher Spezies, als der "Vorarbeiter" zu sein, und besaßen wohl auch keine telekinetischen Fähigkeiten, wie er. Entweder waren diese beiden Personen ebenfalls zwei verschiedene Spezies, oder sie unterschieden sich vom Körperbau her stark.

Gliese 581c - Fabrik-Triode

Zeichnungen aus einer anderen Session auf Gliese 581c. Dort zeigte sich ein Szenario innerhalb eines geschlossenen Raumes, wo irgendwelche Materialien von mehreren Personen ver- oder bearbeitet wurden (wie eine kleine Fabrikhalle). Eine Art große Triode hing an Kabeln von der Decke (das Aussehen war verblüffend ähnlich), und richtete einen konzentrierten, aber offenbar unsichtbaren Energiestrahl auf irgendwas. Dabei entstand ein eher unangenehmer, strenger Geruch, welcher an Futtermittel erinnerte. Als ITs in Stufe 4 tauchten die Begriffe "brutzeln", "wandeln" und "behalten" auf. Die beteiligten Personen wirkten an sich etwas kleiner als Menschen und hatten einen auffällig kantigen Oberkörper. Es ist jedoch nicht klar, ob es sich dabei um eine Art (Schutz)Kleidung handelte, oder um ein Charakteristikum des Körpers an sich.

Gliese 581c - Fabrikteil

Neben der "Triode" zeigte sich noch ein langes, niedriges Behältnis am Boden, welches irgendwelche komplexen Gegenstände zu beinhalten schien. Eine genauere Untersuchung der Gegenstände erfolgte in der Session nicht mehr. Das Strichmännchen entspricht dem Viewer, und sollte nur als Größenmaßstab dienen.

Gliese 581c - Postkarte

Zum Schluss noch eine analythische Skizze, die der Viewer nach der Session von seinen Eindrücken der Planetenoberfläche anfertigte. Auffällig waren besonders das merkwürdige dumpfe Licht, die niedrigen Felsplateaus (als wäre alles ziemlich plattgedrückt) und Formationen auf dem Boden, die wie Anhäufungen von Bergkristallen wirkten ("Kristallblumen"). Die Temperatur an der Oberfläche fühlte sich ziemlich eisig an, und es wirkte (bis sich der Viewer in die "Fabrik" bewegte) sehr verlassen.

Das Beispiel von Gliese 581c zeigt die Faszination, aber zugleich auch die Problematik dieser Art von Targets. Wie gelangt man gezielt an spezifische Eindrücke, wenn man einen ganzen Planeten (bzw. ein ganzes Universum) vor sich hat? Und wie setzt man diese winzigen, zufällig anmutenden Mosaiksteinchen aus einzelnen Sessions zu einem aussagekräftigen Bild zusammen, ohne daraus AUL-Romane zu machen? Da hilft wohl nur eine gründliche Planung der Tasker (Targetformulierungen) bzw. Monitore (Heranführung), und eine akribische Auswertung der Ergebnisse. Doch wer bereit ist, diese Arbeit auf sich zu nehmen, und den Ungewissheitsfaktor zu dulden, für den dürften sich spannende Exkursionen und Überraschungen ergeben. Das mögliche Risiko sollte natürlich bzw. insbesondere bei solchen Targets beachtet werden, denn man hat es nicht nur mit potentiell lebensfeindlichen Umgebungen zu tun, sondern vielleicht auch mit hochentwickelten Wesen, die den Viewer möglicherweise nicht dulden, und ihn bestenfalls nur "vor die Tür" setzen, schlimmstenfalls aber in unvorhergesehene Probleme verwickeln, die ein physisches Eingreifen des Monitors erfordern. Aufwand und Ertrag abzuwägen, bleibt den beteiligten Forschergeistern überlassen.

- Stefan Franke